Radon im Keller – Messen und bewerten
Der Keller ist der Gebäudeteil mit dem direktesten Kontakt zum Baugrund und damit der Bereich, in dem Radon in der Regel zuerst und in höchster Konzentration auftritt. Ein Kellerwert ist ein wichtiger Indikator – aber nicht automatisch eine Aussage über alle Räume im Gebäude.
Warum der Keller besonders relevant ist
Radon entsteht im Erdreich und gelangt von dort in Gebäude. Der Keller als erdberührender Gebäudeteil ist deshalb die erste Kontaktzone. Die dort gemessenen Werte geben Aufschluss über die Radonsituation im Baugrund und über mögliche Eintrittspfade ins Gebäude.
Naturbodenkeller
Keller mit Naturboden haben besonders engen Kontakt zum Erdreich. Radon kann hier nahezu ungehindert eintreten. Naturböden stellen eine besondere Herausforderung dar, da sie keine geschlossene Barriere gegen aus dem Untergrund aufsteigendes Radon bilden.
Fugen und Risse
Betonböden und Kellerwände sind nicht zwingend gasdicht. Risse, Fugen, Arbeitsfugen oder unzureichend abgedichtete Anschlüsse können Eintrittspfade sein, durch die Radon aus dem Baugrund in den Kellerraum gelangt.
Installationsdurchführungen
Kabel-, Rohr- und Leitungsdurchführungen durch die Kellerdecke oder die Aussenwände sind potenzielle Wege für Radon. Sind sie nicht fachgerecht abgedichtet, kann Radon durch diese Öffnungen nach oben transportiert werden.
Verbindung zu oberen Stockwerken
Ob und wie stark Radon aus dem Keller in die oberen Stockwerke gelangt, hängt von der Bauweise, den vorhandenen Öffnungen und dem Luftaustausch im Gebäude ab.
Treppen
Offene Treppenhäuser und Durchgänge bilden direkte vertikale Verbindungen. Radon kann über diese Wege aus dem Keller in die oberen Stockwerke transportiert werden, insbesondere wenn die Kellertüre nicht dicht schliesst oder das Treppenhaus nicht vom Keller abgetrennt ist.
Installationsschächte
Durchgehende Schächte für Kabel, Leitungen oder Lüftungsrohre können als Kamineffekt wirken. Radon aus dem Kellerbereich kann über diese Schächte in höher gelegene Räume gelangen, auch wenn die betroffenen Räume selbst keinen direkten Erdkontakt haben.
Kellerdecke
Die Dichtigkeit der Kellerdecke ist ein entscheidender Faktor. Eine massive Betondecke ohne Durchbrüche bildet eine Barriere gegen den Aufstieg von Radon. Durchdringungen, Fugen oder nicht abgedichtete Öffnungen können diese Barriere beeinträchtigen.
Lüftung im Keller
Die Lüftungssituation im Keller hat einen wesentlichen Einfluss auf die Radonkonzentration. Sie beeinflusst auch, ob Radon in andere Gebäudeteile transportiert wird.
Fensterlüftung
Keller mit Fenstern können durch gezieltes Lüften eine kurzzeitige Reduktion der Radonkonzentration erreichen. Dieser Effekt ist jedoch meist nur von kurzer Dauer und keine dauerhafte Lösung. In der Heizperiode werden Kellerfenster oft geschlossen gehalten, was die Radonkonzentration steigen lässt.
Mechanische Lüftung
Eine mechanische Belüftung des Kellers kann die Radonkonzentration dauerhaft senken. Die Auslegung und die Platzierung von Zu- und Abluft müssen jedoch fachgerecht erfolgen, um keinen unerwünschten Unterdruck zu erzeugen, der vermehrt Radon aus dem Baugrund ansaugt.
Aktive Absaugung
Bei erhöhten Radonwerten im Keller und mangelnder natürlicher Lüftung können aktive Absaugsysteme eine wirksame Lösung sein. Sie erzeugen einen kontrollierten Unterdruck unter dem Gebäude und leiten das radonhaltige Gas ins Freie ab.
Nutzung des Kellers – seltene oder regelmässige Nutzung
Die Bewertung der Radonsituation im Keller hängt wesentlich davon ab, wie der Keller genutzt wird. Der Referenzwert von 300 Bq/m³ gilt für Räume mit regelmässigem Personenaufenthalt.
Nutzungsänderung und Radonmessung
Wird ein Kellerraum umgenutzt, ändern sich die Anforderungen an die Radonsituation. Was vorher unbedenklich war, kann nach einer Nutzungsänderung eine relevante Grösse werden.
Messung vor Umbau
Vor einer Nutzungsänderung sollte die aktuelle Radonsituation gemessen werden.
Fachliche Bewertung
Eine Radonfachperson bewertet die Messung im Kontext der geplanten Nutzung.
Massnahmen planen
Falls erforderlich, werden bauliche Massnahmen in die Umbauplanung integriert.
Umbau durchführen
Die Radonsanierungsmassnahmen werden zusammen mit dem Umbau ausgeführt.
Kontrollmessung
Nach Abschluss der Arbeiten bestätigt eine Kontrollmessung die Wirksamkeit.
Häufige Fragen zu Radon im Keller
Ist ein hoher Radonwert im Keller gefährlich?
Die Bewertung hängt von der Nutzung ab. Ein erhöhter Wert in einem selten genutzten Kellerraum hat eine andere Bedeutung als derselbe Wert in einem regelmässig genutzten Wohnraum. Radon wirkt langfristig – die Aufenthaltsdauer im betroffenen Raum ist ein zentraler Faktor.
Kann ich den Kellerwert als Referenz für das ganze Haus nehmen?
Nein. Ein Kellerwert kann nicht automatisch auf alle darüberliegenden Räume übertragen werden. Die Radonkonzentration kann in den oberen Stockwerken deutlich niedriger sein. Umgekehrt kann es auch vorkommen, dass in oberen Stockwerken erhöhte Werte auftreten, obwohl der Keller unauffällig ist. Eine Messung der tatsächlich genutzten Räume ist der einzig verlässliche Weg.
Muss ich den Keller messen lassen?
Eine Messung im Keller kann sinnvoll sein, um die Radonsituation im Gebäude besser zu verstehen. Sie ist insbesondere dann zu empfehlen, wenn der Keller regelmässig genutzt wird, eine Nutzungsänderung geplant ist oder in oberen Stockwerken erhöhte Werte gemessen wurden und die Quelle gesucht wird.
Was tun bei Naturboden im Keller?
Ein Naturbodenkeller hat in der Regel die höchsten Radonwerte im Gebäude, da das Gas direkt aus dem Erdreich eintreten kann. Wenn der Keller regelmässig genutzt wird oder obere Räume durch Treppen direkt verbunden sind, sollte eine fachliche Bewertung erfolgen. Mögliche Massnahmen reichen von der Bodenversiegelung bis zu aktiven Systemen.
Hilft es, die Kellertüre geschlossen zu halten?
Eine geschlossene und möglichst dichte Kellertüre kann den Übertritt von Radon aus dem Keller in die Wohnräume reduzieren. Als alleinige Massnahme ist dies jedoch in der Regel nicht ausreichend, wenn die Radonkonzentration im Keller dauerhaft hoch ist. Eine fachliche Bewertung zeigt, welche Massnahmen im konkreten Fall sinnvoll sind.
Kann ich den Keller selbst sanieren?
Einfache Massnahmen wie das Abdichten sichtbarer Risse und Fugen oder das Verschliessen offener Durchführungen können erste Schritte sein. Für eine umfassende und nachhaltige Radonsanierung des Kellers ist jedoch die Beurteilung durch eine Radonfachperson zu empfehlen. Eine unsachgemässe Abdichtung kann die Situation unter Umständen sogar verschlimmern.
Radonsituation im Keller klären lassen
Übermitteln Sie Ihre Situation – Messwerte, Kellerart, Nutzung und Gebäudeangaben. Wir prüfen kostenlos und unverbindlich, ob eine Vermittlung an eine unabhängige Radonfachperson möglich ist.
Wichtiger Hinweis: Ein Kellerwert kann nicht automatisch auf alle darüberliegenden Räume übertragen werden. Die Bewertung der Radonsituation im Keller muss durch eine fachlich qualifizierte Person erfolgen. Diese Plattform interpretiert keine Messwerte, bewertet keine Gebäudesituation und führt keine Sanierungsmassnahmen aus. Fernando Herrero Ruiz, handelnd unter der Geschäftsbezeichnung Smithbros Productions, Öschlestrasse 75, 78315 Radolfzell, Deutschland. Keine eigene Niederlassung und kein eigener ausführender Radonbetrieb in der Schweiz.